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Crowdfunding-Projekt

Das Fahrradschloss, das bei Dieben Brechreiz auslöst

Das Skunklock sieht aus wie jedes andere handelsübliche Fahrradschloss. Doch die versteckte Funktion stinkt gewaltig!Foto: Skunklock

Dieses Fahrradschloss hat es in sich – im wahrsten Sinne des Wortes: Sobald das Skunklock angesägt wird, sprüht es ein abstoßendes Gas aus, das bei vielen Leuten Würgereiz und Erbrechen auslöst.

Ein Mann nähert sich einem Fahrrad und hält die Flex schon bereit. Er setzt am Schloss an und versucht es zu zerstören. Dabei kassiert er eine Ladung Gas, das bei ihm sofort Brechreiz auslöst. Das ist das Konzept hinter dem Crowdfunding-Projekt „Skunklock“.

„Wir haben einfach die Schnauze voll von Diebstahl“, erklärt der Gründer Daniel Idzkowski. Herkömmliche Schlösser, egal ob 20 Euro oder 100 Euro teuer, halten heutzutage keine Diebe mehr auf, glaubt der Amerikaner. „Mit den richtigen Werkzeugen schneiden die Diebe ein Schloss in weniger als einer Minute kaputt.“

Mehr als 335.000 Fahrraddiebstähle in Deutschland hat die Polizei im vergangenen Jahr gezählt. Das sind im Durchschnitt mehr als 900 Fälle pro Tag. Sind Drahtesel und Schloss erst einmal weg, fehlen meist auch die Spuren zum Täter.

Das Stinktier-Schloss

Das „Skunklock“ soll nun alles ändern. Übersetzt bedeutet der Name „Stinktier-Schloss“. Das U-förmige Schloss besteht aus Stahl und Kohlefaser und ist innen hohl. Im Inneren befindet sich ein Gasgemisch. Sobald der Dieb 30% des Schlosses angesägt hat, stößt aus dem Leck das reizende Gas aus. Idzkowski sagt, dass seine Chemikalie Sicherheitstests bestanden hat und in den USA legal sei. Es soll auch Versionen geben, die nach EU-Recht erlaubt sind.

„Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Verwendung eines solchen Schlosses für den Käufer ein erhebliches strafrechtliches Risiko darstellt“, warnt jedoch Rechtsanwalt Thomas Hohneck. Sich auf das Recht der Notwehr zu verlassen, sei sehr riskant. „Dies gilt insbesondere deshalb, da der zu erhebende Straftatvorwurf wohl eine gefährliche Körperverletzung darstellen würde.“ Der Gesetzgeber sieht dafür keine Geldstrafe, sondern 6 Monate Freiheitsstrafe vor.

Des Weiteren erscheint dem Anwalt die Wirkweite des Austritts ziemlich weit. „Es kann kaum ausgeschlossen werden, dass jemand, der vielleicht unmittelbar nach dem Diebstahlsversuch am Fahrrad vorbeiläuft oder in unmittelbarer Nähe steht, ohne am Diebstahl beteiligt zu sein, Opfer des Gasgemischs wird.“ Auch die Gefahren für Allergiker sind ungeklärt.

Foto: SkunklockFoto: Skunklock

Bei drei Metern Abstand noch bemerkbar

Der Erfinder hat die Wirkung des Gases noch nicht an einem „echten Dieb“ getestet. Tests ergaben bei 60 Zentimeter Abstand jedoch schon Würgereize bei 99 Prozent aller Teilnehmer. Bei 1,5 Meter Abstand sei das Gas noch deutlich bemerkbar und man habe das Bedürfnis zu flüchten. Selbst bei drei Metern Abstand sei das unschöne Gas noch bemerkbar.

Natürlich ist das Schloss nicht diebstahlsicher – das gibt der Erfinder offen zu: „Mit einem Kugelschreiber und circa 30 Minuten Geduld bekommen Profis auch unser Schloss geöffnet. Doch die Zeit investieren Diebe nur ungern.“ Das „Skunklock“ finanziert sich aktuell über das Crowdfunding-Portal „Indiegogo“. Ein Schloss kostet umgerechnet circa 90 Euro. Geliefert wird im Sommer nächsten Jahres.

Foto: SkunklockFoto: Skunklock
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