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Zahlen an der Zapfsäule

Tanken und abhauen? Das smarte Bezahlsystem Shell SmartPay im Test

Mann mit Smartphone und Zapfhahn
TECHBOOK-Reporter Philippe testete die App vor Ort an einer Tankstelle.

Man möchte nur schnell volltanken und dann sofort weiterfahren – doch an der Kasse stehen die Leute Schlange. Wer das vermeiden will, kann bei der Tankstelle Shell jetzt mit seinem Smartphone bezahlen. Wie gut das tatsächlich klappt, hat TECHBOOK ausprobiert.

Nachdem Amazon in den USA mit seinem Go-Supermarkt bereits die Registrierkasse durch eine App ersetzte, zieht nun auch die Tankstellenkette Shell nach: SmartPay heißt der Dienst, mit dem man nun an 80 Prozent aller Shell-Tankstellen deutschlandweit zahlen kann. 

Wie gut schlägt sich der Dienst im Test?

Um SmartPay zu nutzen, benötigen Sie neben einem kraftstoffhungrigen Auto noch ein Smartphone sowie ein Konto beim Online-Bezahldienst Paypal. Zahlung per Kreditkarte oder die Begleichung der Rechnung per Überweisung sind nicht möglich. An der Tankstelle muss das Smartphone auf GPS zum Orten der Position des Nutzers und die mobilen Daten zurückgreifen können.

Die Einrichtung erfolgt in der kostenlosen Shell-App, die es für Android und Apples iOS gibt. Der Nutzer registriert sich und legt zusätzlich noch eine Sicherheits-PIN fest. Praktisch: Die iOS-App unterstützt Touch-ID, sodass Sie SmartPay auf dem iPhone mit dem Fingerabdruck freischalten können. Im Test klappte das problemlos.

Vor Ort ist der Ablauf einfach und gut nachvollziehbar – auch, weil Shell Flyer an den Zapfsäulen auslegt, die SmartPay noch einmal erklären. Man parkt das Auto wie gewohnt an der Säule, öffnet die Shell-App und aktiviert SmartPay. Nachdem das Smartphone dank GPS registriert hat, an welcher Tankstelle man sich befindet, tippt man die Säulennummer ein und bestätigt die Freischaltung. Sie sehen dann in der App noch einmal eine Übersicht und können jetzt den Betrag eingeben, für den Sie das Auto betanken wollen. Hier lässt sich allerdings nicht jede Zahl beliebig eintippen, sondern Sie müssen sich für eine vorgegebene Summe entscheiden, die sie maximal ausgeben möchten – etwa 15, 30 oder 50 Euro.

Nun kommt die Aufforderung, den Tankvorgang zu starten. Nervig: Bis dahin lädt das Programm eine ganze Weile.

Tatsächlich stoppt die Zapfsäule den Tankvorgang automatisch, sobald sich die Anzeige der gewünschten Summe nähert. Im Test hatten wir uns für einen Tankbetrag von 15 Euro entschieden, doch bereits nach 13,19 Euro war Schluss. Auf Nachfrage erklärte Shell, dass hinter dem kleineren Rechnungsbetrag eine Sicherheitsmaßnahme stecken würde. Man wolle so verhindern, dass die Säule mehr tanke als man eigentlich bezahlen wollte. Warum das dann 1,81 Euro weniger sein müssen, wird dadurch jedoch nicht ganz klar. Immerhin: Es wurde uns auch nur der vertankte Betrag von 13,19 Euro abgebucht und nicht die vorab eingegebenen 15 Euro.

Die Abrechnung selbst lief reibungslos. Die App lieferte nach dem Tanken eine Zahlungsübersicht und auch die Tankquittung flatterte nach wenigen Sekunden als PDF-Datei in den Mail-Posteingang. Wer diese verschludert, kann auch für vergangene Tankvorgänge die Rechnung in der App erneut anfordern.

TECHBOOK-Fazit: Tanken per App

Grundsätzlich funktioniert Shells smartes Bezahlsystem gut, im Test gab es beim eigentlichen Ablauf kaum Probleme und selbst Laien sollten mit der App klarkommen. Negativ fielen die verhältnismäßig langen Ladezeiten auf, außerdem sollte man sich vorher bewusst machen, dass Shells SmartPay nicht den kompletten Betrag tankt, den man zuvor in der App eingestellt hat. Gut funktioniert auch die Abrechnung: Die Quittung kommt direkt auf das Smartphone, was besonders für Geschäftsreisende praktisch für die spätere Reiseabrechnung ist.

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