Studie zu Internet

Das halten Deutsche und YouTuber von Hass im Internet

Soziale Netze
16 Prozent der Befragten gaben zu, selbst schon einmal einen «unsachlichen Kommentar» geschrieben zu haben.
Foto: Foto: Britta Pedersen

Im Internet herrscht ein rauer Ton: Es wird beschimpft, beleidigt und gezielt gelogen. Eine Studie bringt nun ans Licht: Fast niemandem gefällt dies, die Ablehnung ist nahezu einhellig. Eine Altersgruppe zeigt sich jedoch vergleichsweise abgebrüht.

„Hässliche Chinesin“, „Raus aus Deutschland“ oder „Du isst Hunde“ – mit all diesen Hasskommentaren ist die YouTuberin Hazel unter ihren Videos immer wieder konfrontiert. Zu Beleidigungen und Beschimpfungen kommt es im Netz immer wieder. Dabei lehnen nahezu alle Deutschen Hass im Internet ab, wie aus einer aktuellen Befragung hervorgeht. Laut einer repräsentativen Forsa-Studie im Auftrag der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen zum bundesweiten „Safer Internet Day“ am 5. Februar stoßen Beleidigungen von Menschen in den sozialen Netzwerken bei 98 Prozent auf Ablehnung.

59 Prozent gaben an, sich mit Opfern von Beleidigungen im Internet zu solidarisieren und diese zu unterstützen. Befragte über 45 Jahren solidarisieren sich dabei tendenziell häufiger als Jüngere. 16 Prozent gaben allerdings zu, selbst schon einmal einen „unsachlichen Kommentar“ geschrieben zu haben. Für die Forsa-Studie wurden bundesweit mehr als 1000 Internetnutzer ab einem Alter von 14 Jahren befragt.

YouTuber gegen Hass

In einer Kampagne wehren sich zum „Safer Internet Day“ Menschen unter dem Hashtag #lauteralshass gegen Beleidigungen im Internet. Mit dabei ist auch die YouTuberin Hazel, die den Kanal Pocket Hazel betreibt. Dies sei nicht das Problem der Person, die angegriffen wird. Jeder, der einen Hass-Kommentar im Internet sieht, soll diesen melden, rät die YouTuberin. Dies stellt noch einmal ausführlich in einem Video von Klicksafe, der Initiative für mehr Sicherheit im Internet, klar:

Auch andere YouTuber, wie RobBubble und Silvi Carlsson, wehren sich in der Kampagne gegen Beleidigungen und Beschimpfungen.

Deutsche sind gegen „Fake News“

Nicht nur auf Hass im Internet haben die Deutschen keine Lust, auch Fehlinformationen, also „Fake News“, werden von insgesamt 96 Prozent der Deutschen nicht akzeptiert. Die Hälfte der Befragten gab an, sich an öffentlichen Diskussionen im Netz hin und wieder zu beteiligen. Ostdeutsche, Männer und unter 45-Jährige beteiligen sich laut Studie überdurchschnittlich an solchen Netz-Debatten.

14- bis 24-Jährige äußern besonders gerne Kritik online

Meinungsfreudig und abgebrüht gegenüber Kritik zeigten sich die jüngeren Befragten: 72 Prozent der 14- bis 24-Jährigen gaben an, dass es ihnen leicht falle, im Internet ihre Meinung zu sagen. Fast die Hälfte (49 Prozent) dieser Altersgruppe behauptete, dass ihnen beleidigende Kommentare egal seien und sie diese einfach ignorierten.

Insgesamt gab aber fast jeder Dritte (32 Prozent) Befragte zu, aus Angst vor beleidigenden Kommentaren nichts online zu stellen. Gut jeder Vierte (27 Prozent) traut sich laut Umfrage nicht, seine Meinung im Internet kundzutun, weil er befürchtet, bloßgestellt zu werden.

Der am häufigsten genannte Grund, sich nicht an Netz-Debatten zu beteiligen, ist die mangelhafte Diskussionskultur: 84 Prozent gaben an, dort werde nicht wirklich diskutiert, sondern es reihten sich lediglich Meinungen aneinander. 70 Prozent gaben an, dafür hätten sie einfach keine Zeit.

Safer Internet Day

Seit dem Jahr 2004 findet der „Safer Internet Day“ statt. Der Hintergrund: An dem weltweiten Aktionstag sollen alle Altersgruppen auf mehr Sicherheit im Internet aufmerksam gemacht werden.