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T-Labs in Berlin

Das ist Deutschlands Zukunftswerkstatt

Wer neue Technik ausprobiert, fängt schnell an zu staunen. Was kommt wohl als Nächstes?
Wer neue Technik ausprobiert, fängt schnell an zu staunen. Was kommt wohl als Nächstes?Foto: Getty Images

Schon heute erfinden, was übermorgen alle haben – kein Problem für die T-Labs der Telekom. Ein Blick in die Zukunftswerkstatt, in der die Trends von morgen entwickelt werden.

John Calian
John Calian

Wer aus großer Höhe den Blick schweifen lässt, sieht am besten, was in der Ferne liegt. John Calian blickt aus dem 20. Stockwerk eines Hochhauses herunter auf Berlin. „Diese Stadt“, sagt er, „ist so jung, so digital. So viel Gründergeist. Sie hat wirklich großartige Jahre vor sich.“ Er muss es wissen: John Calian hat in den USA bei einigen Startups gearbeitet und unter anderem mobile Bezahlsysteme entwickelt. Und er kann einiges dazu beitragen, dass es so kommt – als Co-Leader der Telekom Innovation Laboratories, kurz T-Labs, die in diesem Hochhaus ihren Sitz haben.

Das sind die T-Labs
Noch nie von den T-Labs gehört? Dabei haben wohl die meisten von uns schon etwas genutzt, das von der Innovationsschmiede der Telekom entwickelt wurde. Zum Beispiel, wenn wir mobil im Internet surfen, denn die T-Labs haben seit 2008 zentrale Beiträge zur Weiterentwicklung von LTE (LTE Advanced) und „5G“, dem noch schnelleren Nachfolger, geleistet. Oder wenn wir im Flugzeug online einen Film streamen – dafür hat die Telekom gemeinsam mit Inmarsat das European Aviation Network entwickelt. Es kombiniert nahtlos die Kommunikation über den neuen Inmarsat-S-Band-Satelliten und ein LTE-Netz der Telekom. Auch diese Erfindung geht auf Forschungsarbeiten der T-Labs zurück, genau wie viele andere Telekom Innovationen fürs vernetzte Auto (Connected Car) oder zum Smart Home.


Von Künstlicher Intelligenz bis Blockchain: die aktuellen Schwerpunkte

Aktuell befassen die T-Labs sich mit verschiedenen Schwerpunktthemen, unter anderem mit Künstlicher Intelligenz (KI), New Media Experiences und Blockchain. KI-basierte Erfindungen wie smarte Sprachassistenten – Amazon Echo oder Google Home etwa – gehören zu den größten Trends 2018 und sind schon heute aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Die Telekom wird im ersten Halbjahr 2018 ebenfalls einen intelligenten Assistenten auf den Markt bringen.

Unter New Media Experiences verstehen die T-Labs alles rund um Virtual und Augmented Reality. Virtual Reality lässt uns dank spezieller Brillen Videos erleben, als wären wir direkt mittendrin. Diese Technologie nutzt die Telekom bei MagentaMusik 360. Damit können Fans Konzerte mit einer Virtual-Reality-Brille und der App von MagentaMusik 360 von überall intensiv erleben. Zum Einsatz kam das unter anderem beim Telekom Street Gig der Red Hot Chili Peppers.

Augmented Reality wiederum verbindet die echte Welt mit der virtuellen. Bekannteste Anwendung ist wohl Pokémon Go, das ganz Deutschland 2016 auf die Jagd nach Taubsi, Rattfratz und Co. schickte.

T-Labs in Berlin

Die Erfolgsformel der T-Labs: Wissenschaft + Wirtschaft

Die T-Labs setzen auf ein besonderes Modell, um neue Produkte und Technologien zu entwickeln – eine intensive Zusammenarbeit aus Wirtschaft und Wissenschaft. Die Telekom arbeitet dabei eng mit Partnern, meist Universitäten, zusammen. John Calian ist davon überzeugt, dass man Wissenschaft und Wirtschaft zusammenbringen muss: „Es ist ungemein wichtig, diese beiden Welten miteinander zu verweben. Unsere Forschungsteams sind in ständigem Austausch mit Experten bei der Telekom, damit ihre Ergebnisse direkt in Produkte umgesetzt werden können. Nur durch diesen engen Kontakt können wir die Bedürfnisse der Menschen immer im Blick behalten – denn das ist das Wichtigste beim Entwickeln von Innovationen.“

Die T-Labs in Zahlen & Fakten:

  • 2004 wurden die T-Labs gegründet. Damals arbeiteten 25 Wissenschaftler und 50 Telekom Mitarbeiter dort.
  • Die T-Labs sind ein An-Institut der TU Berlin. Partnerschaften und Kooperationen hat es mit Unternehmen und Hochschulen in aller Welt, unter anderem in den USA, Israel und Australien.
  • Es gibt fünf von der Telekom finanzierte Stiftungsprofessuren, unter anderem in Österreich und Ungarn.
  • Heute haben die T-Labs rund 360 Mitarbeiter aus über 25 Nationen.

Die Blockchain-Gruppe leitet Calian selbst. Er kam 2017 zu den T-Labs – auch, weil er sein Herz an Berlin verloren hatte: „Ich wollte schon immer in dieser Stadt arbeiten. Ich habe hier geheiratet, war lange Zeit jedes Jahr hier. Schließlich ergab sich die Möglichkeit bei den T-Labs – etwas, was mich sehr froh macht.“ Sein Mantra, Forschung und Praxis einander nahezubringen, lebt er seiner Gruppe vor und hat das Ziel, die Blockchain-Technologie für Produkte der Telekom verwendbar zu machen. Den Begriff kennen viele von der Kryptowährung Bitcoin, die gerade wegen immer neuer Kursrekorde in aller Munde ist. Ob er als Blockchain-Experte auch durch Bitcoins reich geworden ist? „Nein“, sagt Calian und lacht, „das nicht. Und Blockchain ist viel mehr als Bitcoin. Es wird unser Leben auf so vielen anderen Ebenen beeinflussen.“ Mit Blockchain können Daten sicherer als bei vielen anderen aktuellen Speichermethoden gesichert werden. Cloud-Services könnten beispielsweise künftig mehr und mehr auf Blockchain-Technologie setzen, ohne dass wir als Nutzer etwas davon merken. So gilt für Blockchain also das Gleiche wie beim 2014 gestarteten LTE Advanced, einem früheren T-Labs-Schwerpunktthema: Man wird es gar nicht immer spüren, wenn man etwas nutzt, für das viele Jahre vorher in einem Berliner Hochhaus mit bestem Blick über die Stadt die Grundlage gelegt wurde.

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