1. März 2026, 9:00 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Ruft eine unbekannte Nummer an, zögern viele oder gehen gar nicht ans Telefon. Genau dieses Misstrauen möchten Netzbetreiber aufbrechen. Die Deutsche Telekom kündigt den Start neuer Schutzmechanismen an, die Telefonbetrug deutlich erschweren sollen und seriöse Anrufer klar erkennbar machen.
Mit sogenannten Branded Calls und einem erweiterten Call-Check-Service möchte die Deutsche Telekom Verbraucher und Unternehmen besser schützen. Die Funktion ist ab sofort verfügbar. Ziel ist es, seriöse Firmenanrufe klar von betrügerischen Kontakten zu unterscheiden – ohne zusätzliche Apps oder Nutzereingriffe.
Telekom will mehr Transparenz bei Anrufen durch Branded Calls
Bei Branded Calls wird beim eingehenden Anruf nicht nur die Telefonnummer, sondern auch der verifizierte Firmenname auf dem Telefondisplay angezeigt. Dadurch können Nutzer besser erkennen, ob ein legitimer Anlass für den Anruf besteht – etwa eine Rückfrage zu einem Auftrag oder Vertrag.
Branded Calls funktionieren netzintern und benötigen weder zusätzliche Apps noch eine Zustimmung der Verbraucher. Die Funktion ist mit allen gängigen Mobiltelefonen kompatibel. Um die Sichtbarkeit netzübergreifend zu gewährleisten, arbeitet die Telekom mit den Dienstleistern First Orion und Hiya zusammen.
Ziel dieser Maßnahme ist es, Unternehmen dabei zu helfen, sich deutlich von unseriösen Anrufern abzugrenzen. Denn immer mehr Kunden ignorieren aus Vorsicht Anrufe unbekannter Nummern. Firmen, die auf telefonischen Kontakt angewiesen sind, stehen dadurch zusehends vor Problemen.
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Millionenfache Warnungen durch Call Check
Bereits seit Dezember 2025 ist der Service Call Check aktiv. Dieser überprüft eingehende Anrufe mithilfe interner Datenbanken. Wird eine Rufnummer als potenziell betrügerisch eingestuft, erscheint auf dem Display der Warnhinweis: „Vorsicht, möglicher Betrug!“
Laut Telekom wurde der Dienst bereits millionenfach genutzt. Rechnerisch reichen 100 als unseriös markierte Nummern aus, um über 300.000 Warnungen pro Tag auszulösen. Die Warnfunktion gilt für nationale und internationale Nummern und ist für alle Nutzer im deutschen Telekom-Netz standardmäßig aktiviert, lässt sich jedoch bei Bedarf über die Service-Hotline deaktivieren.
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Verbesserter Schutz auch bei SMS
Auch den Schutz vor betrügerischen Kurznachrichten möchte die Telekom 2026 weiter ausbauen. Die bereits aktive SMS-Firewall filtert schädliche Nachrichten anhand technischer Muster. Neu ist, dass künftig verstärkt SMS blockiert werden, die auf den Diebstahl von Zugangsdaten zielen – etwa durch fingierte Hinweise auf Sprachnachrichten oder angebliche Telekom-Mitteilungen.
Dabei wird laut Netzbetreiber nicht der eigentliche Inhalt, sondern ausschließlich die Struktur und der rechnerische Wert der Nachricht analysiert. Nutzer tragen ebenfalls zur Sicherheit bei, indem sie verdächtige SMS als Spam melden. Diese fließen dann in die Datenbasis der Firewall ein.