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Der Unterschied zwischen WLAN und Wi-Fi

Oft in einen Topf geworfen, aber WLAN und WiFi sind nicht dasselbe
Oft in einen Topf geworfen, aber WLAN und Wi-Fi sind nicht dasselbe Foto: picture alliance / Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
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18. Februar 2026, 20:03 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Häufig werden mit den Begriffen „WLAN“ und „Wi-Fi“ das Funknetzwerk in den eigenen vier Wänden oder der Internetzugang an einem öffentlichen Platz bezeichnet. Die Begriffe gelten als Synonym für eine kabellose Datenübertragung – das ist allerdings nicht ganz richtig.

Während man in Deutschland fast ausschließlich von WLAN-Netzwerken spricht, ist im englischsprachigen Raum das Wort Wi-Fi dafür in Verwendung. Doch warum ist das so und handelt es sich bei beiden um den gleichen Standard? Wo genau liegt der Unterschied zwischen WLAN und Wi-Fi?

Die Namen WLAN und Wi-Fi erklärt

Das Kürzel WLAN steht für „Wireless Local Area Network“, bezeichnet also ein kabelloses, lokales Netzwerk. Dagegen ist Wi-Fi die Abkürzung für „Wireless Fidelity“, was sich ins Deutsche ähnlich schwer übersetzen lässt wie „High Fidelity“ (Hi-Fi).

Man könnte Hi-Fi noch am ehesten mit „hohe Wiedergabetreue“ übersetzen. Hi-Fi steht für eine möglichst verlustfreie Klangwiedergabe, also für einen Qualitätsmaßstab. Demzufolge könnte man Wi-Fi mit „möglichst verlustfreie kabellose Datenübertragung“ übersetzen. Kurz und verständlich erklärt wird das im Video:

Wi-Fi – ein Logo für kabellose Kommunikation

Der Begriff Wi-Fi wurde 1999 in Anlehnung an den Hi-Fi-Begriff von der Wi-Fi Alliance eingeführt. Dabei handelt es sich um ein Unternehmenskonsortium, das sich zur Aufgabe gemacht hat, die Interoperabilität zwischen WLAN-fähigen Geräten zu gewährleisten.

Heißt: Die Wi-Fi Alliance führt Tests durch, damit sichergestellt ist, dass die Geräte miteinander kommunizieren und Daten austauschen können. Hersteller, die die Zertifizierung der Wi-Fi Alliance bestehen, erhalten das bekannte Wi-Fi-Logo.

Der Standard für WLAN-Technologie

Die Grundlage der Tests der Wi-Fi Alliance ist der WLAN-IEEE-802.11-Standard, der vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) entwickelt wurde. 1997 erblickte der Standard nach siebenjähriger Vorarbeit das Licht der Welt. Erstmals gab es damit einheitliche Normen und Spezifikationen für kabellose Netzwerke.

Während WLAN also der Sammelbegriff für kabellose Netzwerke ist, dient Wi-Fi als konkrete Bezeichnung für den etwas sperrigen Namen „IEEE 802.11“. In Deutschland hat sich der Begriff „WLAN“ für ein Drahtlosnetzwerk etabliert. Dagegen ist im Ausland der Begriff „Wi-Fi“ geläufiger und streng genommen präziser. Wi-Fi – oder IEE 802.11 – ist zwar ein WLAN-Typ, doch es gibt auch noch andere, etwa das europäische HiperLAN. Wer also ganz genau sein möchte, fragt das nächste Mal nach dem „Wi-Fi-Passwort“.

Der IEE-802.11-Standard wird im Übrigen stetig weiterentwickelt. Auf Datenblättern von Geräten werden die unterstützten Standards oft als a/b/g/n/ac/ax ausgegeben. Seit 2019 im Einsatz ist die Version 802.11ax, die in der Öffentlichkeit als Wi-Fi 6 bekannt ist. Noch einmal verbessert wurde diese im Zuge der Einführung von Wi-Fi 6E. Im April 2020 gewährte die FCC (Federal Communications Commission, USA) erstmals die Nutzung des 6‑GHz-Frequenzbands für WLAN. Und hier liegt auch der Unterschied zwischen den beiden Standards: Im Gegensatz zu Wi-Fi 6 funkt Wi-Fi 6E auch über 6 GHz parallel zu 2,4 GHz und 5 GHz. Dadurch lässt sich der Datendurchsatz nochmals erhöhen und die Auslastung der Kanäle reduzieren.

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Gegenwart und Zukunft mit Wi-Fi 7 und 8

Doch es gibt bereits einen noch aktuelleren Standard: Wi-Fi 7 oder 802.11be. Wie bereits Wi-Fi 6E funkt auch Wi-Fi 7 über die drei Frequenzbänder um 2,4 GHz, 5 GHz und 6 GHz. In Kombination mit kompatiblen Endgeräten soll Wi-Fi 7 nicht nur höhere Gigabit-Geschwindigkeiten ermöglichen, sondern auch die Reaktionsfähigkeit und Zuverlässigkeit im drahtlosen Netzwerk erhöhen.

Der technische Standard wurde weitgehend finalisiert und die Wi-Fi Alliance hat im Januar 2024 mit der offiziellen Zertifizierung von Wi-Fi‑7-Geräten begonnen. Damit können Hersteller ihre Produkte mit dem Label „Wi‑Fi CERTIFIED 7“ ausstatten, wenn sie die Anforderungen des Standards erfüllen. Im Handel sind bereits erste Wi-Fi‑7-Router und Mesh-Systeme erhältlich, vor allem im Premiumsegment.

Marktforscher erwarten, dass Wi-Fi 7 ab 2025 einen deutlichen Aufschwung erfahren wird. Laut Prognosen könnten bis zum Jahr 2028 über 2 Milliarden Geräte mit Wi-Fi 7 ausgestattet sein. Besonders in dicht besiedelten oder technisch anspruchsvollen WLAN-Umgebungen wird der neue Standard voraussichtlich für deutlich mehr Stabilität und Kapazität sorgen.

Obwohl sich Wi-Fi 7 also noch voll im Ausbau befindet, kündigt sich mit Wi-Fi 8 (IEEE 802.11bn) der nächste WLAN-Standard mit Fokus auf Zuverlässigkeit statt Geschwindigkeit an. Er soll stabilere Verbindungen, geringere Latenzen und weniger Paketverluste bieten und somit ideal sein für AR, Industrie-Anwendungen und dichte Netzwerke. Geplant sind rund 25 Prozent mehr Effizienz unter schwierigen Bedingungen. Die Wi-Fi Alliance will 2028 mit der Zertifizierung beginnen, erste Geräte könnten ab Ende 2027 erscheinen. Eine breite Verfügbarkeit wird es wohl aber erst ab 2029 oder 2030 geben.

ALOHAnet – das erste WLAN kam aus Hawaii

Die Idee, Daten ohne eine Kabelverbindung von einem Gerät zu einem anderen zu übertragen, entsprang nicht den Ingenieursköpfen der IEEE. Das erste kabellose Computernetzwerk entstand 1971 an der Universität Hawaii und hieß passenderweise ALOHAnet. Die Universität verband damit per Funk ihre auf verschiedene Inseln verteilten Standorte.

Ende der 1970er-Jahre sprang dann das IEEE auf den Zug auf und experimentierte mit kabellosen Netzwerktechnologien. Als Mitte der 1980er-Jahre die US-amerikanische Zulassungsbehörde für Kommunikationsgeräte (FCC) die Kommerzialisierung für kabellose Netzwerke anstieß, löste sie einen Boom bei der Entwicklung kabelloser Datenmodems aus.

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Monopol sorgte für hohe Preise

1988 brachte Lucent das „WaveLAN“ auf den Markt und sicherte sich dank Patentierung aller Komponenten ein Monopol auf die WLAN-Technologie. Andere Hersteller mussten eigene WLAN-Komponenten und -Chips entwickeln. Die Folge: WLAN war so teuer, dass es nur im professionellen Bereich eingesetzt wurde und auch nur dort, wo es nicht anders ging.

Erst 1999 wurde WLAN auch für Endverbraucher interessant. Steve Jobs stellte auf der Macworld Expo in New York das erste iBook mit eigener WLAN-Technologie vor. Die Normierung durch den IEEE-Standard 802.11 sorgte für einen weiteren Preisverfall, sodass WLAN für Hersteller und Konsumenten immer erschwinglicher wurde.

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Immer mehr Geräte sind WLAN-fähig

Seit der ersten Version des Standards 802.11 hat ihn das IEEE permanent weiterentwickelt. Damals kam er mit einer Datenrate von gerade einmal 2 Mbit/s daher. Gefunkt wurde im 2,4-GHz-Band. Das ist auch heute noch der Fall, aber inzwischen sind das 5-GHz- sowie das 6-GHz-Band hinzugekommen und die Geschwindigkeiten sind längst im Gigabit-Bereich angelangt – zumindest theoretisch.

WLAN und andere kabellose Übertragungstechnologien haben längst die Welt erobert. Im Jahr 2003 gab es weltweit 500 Millionen vernetzte Geräte. Im vergangenen Jahr waren es bereits 50 Milliarden. Heute besitzt jeder 6,58 Geräte, die sich kabellos mit anderen Geräten vernetzen können. Vor 18 Jahren waren es nur 0,08. Es hätten sich also rund zwölf Menschen ein solches Gerät teilen müssen.

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