Grusel-Nachrichten

Was steckt hinter dem unheimlichen WhatsApp-Account „Momo“?

Ein schräger WhatsApp-Account namens „Momo“ soll gruselige Nachrichten an fremde Nutzer verschicken

In unterschiedlichen Foren schreiben Nutzer, dass sie gruselige Nachrichten, Sprachnachrichten und Bilder von einem WhatsApp-Account namens „Momo“ erhalten haben. TECHBOOK klärt, was hinter dem Profil steckt.

Ihre Augen treten aus den Augenhöhlen hervor, ihre Mundwinkel sind bis zu den Wangenknochen hochgezogen. Dabei soll es sich um das schaurige Gesicht von „Momo“ handeln, einem WhatsApp-Account, der Unbekannte weltweit kontaktiert ihnen einen Schrecken einjagt. Im Internet finden sich viele Hororgeschichten – doch was ist tatsächlich dran an dem WhatsApp-Schreck?

Ich habe fremde WhatsApp-Chats auf meinem Handy!

Die YouTube-Brüder Marvin und Kelvin alias PrankBrosTV mit 1,4 Millionen Abonnenten haben es ausprobiert. Sie hatten Kontakt mit Momo und erhielten mehrere Antowrten von dem WhatsApp-Spuk.

Account schreibt: „Ich bin gestorben“

Die YouTuber bekommen eine Nachricht mit dem Text: „Ich bin gestorben.“ Außerdem erhalten sie eine Sprachnachricht. Darin zu hören ist ein kratzendes Geräusch. Ganz schön gruselig. Anschließend versucht die Nummer die beiden YouTuber auch noch anzurufen, legt dann aber nach einer Sekunde wieder auf. Dabei hätte das YouTube-Duo ihren Kopf gesehen, wie die Jungs im Video behaupten.

Das sei ihnen zu gruselig gewesen, sie hören erst einmal auf, um dann zwei Tage später einen weiteren Versuch zu starten. Dieses Mal ist aber einiges anders, die japanische Nummer hat die Nummer der Jungs gesperrt. Stattdessen hat ihnen aber eine andere japanische Nummer eine Nachricht geschrieben mit dem Inhalt: „Play?“ Ein Hinweis auf den Film „Saw“, in dem der Protagonist mit anderen immer ein Spiel spielen will. Die Jungs von PrankBrosTV stört das nicht, sie schreiben „Yes!“

Bereits zwei Minuten später erscheint auf dem Handydisplay ein weitergeleitetes Foto von Marvin, einem der YouTuber. Die Jungs sind entsetzt, Marvin beteuert, das Foto nirgends gepostet und es auch bisher an niemanden sonst verschickt zu haben. Das Foto soll laut ihm nur auf seinem Smartphone gewesen sein. Anschließend schreibt „Momo“: „Sure?“ Sicher sind sich die YouTuber aber auf einmal gar nicht mehr. „Ey Leute, das ist zu viel“, finden sie. Sie haben große Sorge, dass das Handy nun gehackt wurde und die Daten in falsche Hände gelangen können. „Momo“ schreibt derweil weiter: „To late. See you soon.“

Das ist über „Momo“ bekannt

Zumindest das Erscheinungsbild des Accounts ist nicht neu. Das Gesicht stammt von einer Skulptur, die bereits vor zwei Jahren in Japan in der Vanilla Galerie ausgestellt wurde. Die Kunstgalerie ist in Tokio und bekannt für ihre verrückten und bunten Figuren. Eine von ihnen hat es nun durch WhatsApp zu weltweitem Ruhm geschafft. „Momo“ sieht aus wie eine Harpyie, also ein Mischwesen, dass zur Hälfte aus einem Frauenkörper und zur anderen Hälfte aus einem Vogel besteht.

Seit einigen Wochen tauchen immer mehr Artikel und Foren-Beiträge zu dem Thema auf.

TECHBOOK schreibt mit „Momo“

Im Internet finden wir drei Nummern von dem besagten WhatsApp-Account. Die bekannteste dieser Nummern stammt aus Japan, weist eine japanische Vorwahl auf und in der Beschreibung finden sich japanische Zeichen. Übersetzt man diese, steht dort: „Leute nennen mich L“. Eine andere Nummer, die im Umlauf ist, hat eine kolumbianische Vorwahl, eine weitere stammt aus Mexiko.

Wir schreiben alle drei Nummern bei WhatsApp an. Die Nummer aus Mexiko hat gar kein WhatsApp, wir gehen davon aus, dass es sich dabei um einen Fake handelt. Die anderen beiden Nummern funktionieren. In ihrem Profilbild taucht tatsächlich die gruselige Fratze auf. Wir schreiben: „Hello Momo“.

Die japanische „Momo“ hat in ihrer Beschreibung japanische Zeichen verwendet.
Foto: TECHBOOK

So sieht das Profil der kolumnianischen Nummer aus.
Foto: TECHBOOK

Danach passiert erst einmal nichts. Nicht besonders furchteinflößend. Das könnte auch daran liegen, dass der Status der Momo-Nummern uns verrät, wie lange die unheimlichen Profile nicht mehr bei WhatsApp online waren. Die japanische Momo war zum letzten Mal am 11. Juli online, die kolumbianische Momo vor zwei Tagen. Nicht einmal bis zum zweiten Haken schafft es unsere Nachricht. Höchst unwahrscheinlich also, dass wir noch eine Antwort erhalten.

„Momos“ Geburt

Die angebliche Herkunft des WhatsApp-Schrecks will die Seite Steemit geklärt haben. So soll der Chrakter als Scherz zwischen zwei Freunden in Japan entstanden sein.

Alles also nur ein Scherz? Letztlich können wir nicht genau klären, was es mit „Momo“ auf sich hat. Aber es scheint, als hätten einstige Gruselgeschichten, die sich Kinder früher am Lagerfeuer erzählt haben, ausgedient und würden nun durch solche unheimlichen Profile ersetzt. Allerdings sollten Sie, falls Sie solche Nachrichten von unbekannten Profilen erhalten, vorsichtig agieren. Sie können nicht wissen, was mit Ihren Daten und Ihrer Telefonnummer passiert. Daher sollten Sie im besten Fall einfach gar nicht auf solche Anfragen reagieren.