Digitaler Wille

Tipps für den Daten-Nachlass

Nach dem Tod
Ausgezwitschert: Sich frühzeitig zu überlegen, was nach dem Tod mit wichtigen Profilen von Twitter bis Facebook geschehen soll, gehört zum digitalen Nachlass.
Foto: Foto: Sebastian Willnow

Soziale Netzwerke, E-Mail-Konten, Onlinespeicher oder Streamingdienste: Wenn jemand stirbt, bleiben seine Accounts erst einmal bestehen. Angehörige haben dann oft ihre liebe Not, Zugriff zu bekommen - wenn sie überhaupt von den Konten wissen.

Mit dem eigenen Nachlass beschäftigen sich die meisten nur ungern. Doch das Auseinandersetzen mit dem eigenen Tod und den Folgen ist gerade beim digitalen Erbe alternativlos, wenn man seinen Angehörigen Probleme ersparen möchte.

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Hinterlassen Sie Ihren Angehörigen Anweisungen

Ohne Kontoinformationen oder Zugangsdaten kann es für die Angehörigen schwer bis unmöglich werden, Zugriff auf Internetdienste zu bekommen. Doch wie sorgt man digital richtig vor? Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) nennt die wichtigsten Tipps:

Papierform

Beim digitalen Erbe ist es zunächst wichtig, alle Internetkonten und Zugänge zu erfassen und für Angehörige zu hinterlegen. Das geht zum Beispiel ganz klassisch auf Papier – man schreibt einfach alle Konten mit Benutzernamen und Passwörtern auf, verwahrt die Liste in einem Umschlag an einem sicheren Ort und aktualisiert sie regelmäßig.

Passwortmanager

Es geht aber auch ein bisschen moderner – zum Beispiel mit Passwortmanagern. Die Programme speichern beliebig viele Zugangsdaten zentral und verschlüsselt. Man muss sich nur noch ein Passwort merken, das sogenannte Masterpasswort. Der kostenlose und freie Passwortmanager KeePass etwa läuft auch ohne Installation, so dass man ihn auf einem USB-Stick nutzen oder eine Kopie auf einem Stick hinterlegen kann. In diesem Fall müssen dann Stick und Masterpasswort hinterlegt werden. Auch hier sind regelmäßige Aktualisierungen wichtig.

Vertrauensperson

Beim digitalen Nachlass stellt sich die Frage, wer dann für die Liste oder den USB-Stick und das Masterpasswort zuständig ist. Unabdingbar in diesem Zusammenhang ist es, schon zu Lebzeiten eine Vertrauensperson zu benennen, die sich nach dem Tod um die Rechte und Pflichten aus Verträgen mit Internetdiensten kümmert. Ein Musterformular für eine entsprechende Vollmacht gibt es auf der vzbv-Seite. Ganz wichtig: Sie muss handschriftlich verfasst, mit Datum versehen, unterschrieben und mit dem Hinweis versehen sein, dass sie „über den Tod hinaus“ gilt.

Anweisungen festhalten

Ob die Vertrauensperson mit den Daten machen kann, was sie will, hängt davon ab, was man zu Lebzeiten festgelegt hat. Die Verbraucherschützer raten, etwa gleich in der Liste mit den gesammelten Accounts zu vermerken, was die Vertrauensperson genau mit den diversen Konten, Daten oder auch Fotos im Netz nach dem Ableben tun soll – sie etwa löschen oder auch Profile in den Gedenkzustand versetzen, wie es zum Beispiel bei Facebook möglich ist. Wer sich für einen Passwortmanager entschieden hat, gibt solche Anweisungen am besten direkt in der Vollmacht.

Daten auf Geräten

Teil der Vollmacht oder der Liste sollte ebenfalls sein, was mit Daten auf den eigenen Geräten geschieht. Man legt also am besten fest, was mit Rechner, Smartphone, Tablet und Co sowie den darauf gespeicherten Dingen passieren soll.

Dienstleister

Inzwischen gibt es zwar auch Dienstleister, die digitale Nachlässe kommerziell verwalten. Von solchen Unternehmen raten die Verbraucherschützer aber eher ab. Ihre Sicherheit und damit die Vertrauenswürdigkeit lasse sich nur schwer beurteilen. In keinem Fall sollte man einem Unternehmen Passwörter anvertrauen.

https://www.techbook.de/news/facebook-datenschutz-mit-dem-privacy-manager-pruefen 

Was tun mit dem Konto?

Auch wenn Zugangsdaten des Verstorbenen bekannt sind, müssen die Nutzerkonten nicht gleich gelöscht werden. So können Sie anderen die Möglichkeiten geben, noch etwas auf der Seite zu hinterlassen oder einfach einen Erinnerungsort zu haben, an den man immer wieder zurückkehren kann.

Als Kondolenzbuch verwenden

Wenn Sie über die Zugangsdaten eines verstorbenen Familienmitglieds verfügen, haben Sie die Möglichkeit, den Account nicht sofort zu löschen, sondern noch aktiv zu lassen. Dadurch können Familie und Freunde noch ihr Beileid aussprechen oder ein paar letzte Worte über den Verstorbenen schreiben.

In Gedenkzustand versetzen

Einige Social-Media-Seiten wie Facebook und Instagram bieten die Option, das Nutzerkonto eines verstorbenen Mitglieds auch nach dem Tod noch aktiv zu lassen. Damit bleibt der Account weiterhin bestehen, kann aber von niemanden mehr verändert werden. Alle Inhalte bleiben sichtbar, allerdings nur für Nutzer, mit denen sie ursprüngliche geteilt wurden. Facebook und Instagram können Accounts in den Gedenkzustand versetzen, wenn Sie von Angehörigen über den Tod des Nutzers aufgeklärt wurden. Auch nachdem ein Account in den Gedenkzustand versetzt wurde, können die nächsten Angehörigen noch eine Löschung beantragen, auch ohne Zugangsdaten.

Gedenkzustand
Nicht alle Profile müssen nach dem Tod zwangsläufig gelöscht werden. Facebook bietet etwa einen Gedenkzustand an., Foto: Foto: Andrea Warnecke
Nach dem Tod
Ausgezwitschert: Sich frühzeitig zu überlegen, was nach dem Tod mit wichtigen Profilen von Twitter bis Facebook geschehen soll, gehört zum digitalen Nachlass., Foto: Foto: Sebastian Willnow

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