Pornos und Belästigung

So viel Sex versteckt sich bei Instagram

Instagram Sex
Auf Instagram gibt es sogar noch mehr als nur Nacktbilder – auch für Jugendliche
Foto: TECHBOOK / Getty Images

Wo surfen Ihre Kinder eigentlich im Internet? Das soziale Netzwerk Instagram gehört in vielen Fällen sicherlich auch dazu. Doch dort werden nicht nur harmlose Freizeitbilder gepostet, wie TECHBOOK herausfand. Pornografie, Nacktbilder und anzügliche Nachrichten sind dort an der Tagesordnung – das betrifft auch minderjährige Nutzer!

Knapp drei Millionen Deutsche im Alter von 13-19 Jahren nutzen Instagram und teilen dort entweder selbst Fotos oder sehen sich zumindest die Inhalte anderer an. Der Jugendschutz kommt dabei, schon alleine aufgrund der Vielzahl an Usern, leider oft zu kurz. Diese Gefahren lauern für Jugendliche auf der Plattform.

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Nach 5 Minuten findet man bereits Pornos

Wer so einem Hashtag einmal auf die Spur kommt, stößt die Tür zu weiteren Inhalten auf. Bei den entsprechenden Bildern und Videos tummeln sich zumeist bis zu 29 weitere Hashtags mit eindeutigem Bezug. Instagram selbst ist sich diesem Problem bewusst und versucht die Pornoflut so gut wie möglich einzudämmen. Offensichtliche Hashtags wie #sex hat das Unternehmen schon lange blockiert. Wer es in der Hashtagsuche eingibt, bekommt keine Ergebnisse geliefert.

Wie TECHBOOK herausgefunden hat, schafft es Instagram trotz täglichen Löschens nicht, die Massen an Pornografie verschwinden zu lassen. Konstant laden User in allen Zeitzonen der Erde Material hoch, das immer für eine gewisse Zeit online steht. Es dauerte lediglich fünf Minuten bis wir den ersten Hashtag mit sexuellen Inhalten fanden. Dieses lautet #porno** (anstelle der Sternchen stehen Buchstaben) und ist über die Eingabe #porno direkt zu finden. Hier finden sich bereits Videoclips von Hardcore-Pornografie. Penisbilder und Sexanfragen an Jugendliche.

Ein Sprecher von Instagram äußert sich auf Anfrage von TECHBOOK wiefolgt: „Wir haben keinerlei Toleranz gegenüber Inhalten oder Verhaltensweisen, die die Privatsphäre und Sicherheit von Minderjährigen gefährden. Wir haben eine Reihe von automatisierten und manuellen Systemen, um Konten zu melden und zu blockieren, die für Spam und unangemessene Inhalte verwendet werden. Zusätzlich zu den Technologien, die wir im Backend verwenden, haben wir Tausende von Mitarbeitern in unserem Community Operations-Team, die uns rund um die Uhr, weltweit und in über 40 Sprachen unterstützen.“

Pornografische Inhalte auf Instagram sind ein Ärgernis und nicht für die Augen von Heranwachsenden bestimmt. Eine reale Gefahr geht jedoch von privaten Nachrichten aus. Männer aller Altersklassen nehmen über Instagram Kontakt zu Mädchen und auch Jungs auf und verfolgen eindeutige Absichten. Die Masche ist aus Chatrooms bekannt. Die Täter schreiben zum Beispiel junge Mädchen an, lenken das Gespräch auf eine sexuelle Ebene und forcieren teilweise sogar ein Treffen. Dabei geht es um Sexchats und den Austausch von Nacktbildern. Instagram macht diese Herangehensweise indirekt noch einfacher. Während Jugendliche in Chatrooms lediglich mit einem Alias vertreten waren, geben sie auf der Social-Media-Plattform in Form von Bildern und der eigenen Beschreibung noch viel mehr Informationen von sich preis.

Vor allem öffentliche Fotos ziehen Täter an. Neben Nachrichten senden diese auch oft unaufgefordert Nacktbilder. Instagram zeigt diese zunächst verschwommen an, mit einem Klick auf das Bild, kommt dieses aber bereits zum Vorschein. Hier setzt sich meist die Neugier der Opfer durch – das Foto wird angesehen. Viele Youtuberinnen berichteten in der Öffentlichkeit bereits von virtuellen Übergriffen.

Mit 3 Tipps schützen Sie Ihre Kinder & Profile

Einen hundertprozentigen Schutz gibt es natürlich nie, denn Nachrichten können nicht generell blockiert werden. Gerade bei Jugendlichen ist es außerdem nicht mehr angebracht, das Smartphone zu kontrollieren. Dennoch gibt es Methoden, Instagram für den Nachwuchs sicherer zu machen:

1. Privates Profil

Stellen Sie das Profil von Kindern und Jugendlichen auf jeden Fall „privat“ ein. So können nur Abonnenten die Bilder Ihrer Kinder sehen. Wer abonnieren möchte muss eine Anfrage stellen. Auch in der Hashtagsuche tauchen die Bilder des Nachwuchses dann nicht mehr auf. So stellen Sie das Profil auf privat:

Schritt 1

Instagram

Gehen Sie auf die eigene Profilseite und tippen rechts oben auf die drei Striche. Daraufhin fährt ein Menü aus. In der unteren rechten Ecke gelangen Sie zu den Einstellungen. Foto: TECHBOOK

Schritt 2

Instagram

Scrollen Sie in den Einstellungen zum Menüpunkt „Konto-Privatsphäre“ | Foto: TECHBOOK

Schritt 3

Instagram

Aktivieren Sie die Option und schon ist das Konto privat | Foto: TECHBOOK

Hinweis: Wer sein Profil in ein Businessprofil umgewandelt hat, kann die eigene Seite nicht mehr privat stellen. Hierfür muss das Profil in den Einstellungen zunächst wieder umgestellt werden!

2. Nicht zu viele Infos in der Biographie preisgeben

Die Bio ist eine Beschreibung, die auf der eigenen Instagram steht und individuell angepasst werden kann. Sie ist über dem Bilder-Feed zu sehen und enthält oft persönliche Daten, wie Wohnort, Alter oder den Namen. Solche Infos haben bei Kindern und Jugendlichen nichts verloren, da Sie es Fremden relativ einfach machen, mehr über die jeweilige Person zu erfahren.

3. Kinder und Jugendliche sensibilisieren

Die eben genannten Vorkehrungen sollten bereits gut schützen. Führen Sie trotzdem noch ein Gespräch mit Ihren Kindern und machen Sie ihnen klar, nicht auf Nachrichten von Fremden zu antworten oder Bilder zu öffnen. Hier empfiehlt sich, diese sofort zu löschen. Falls Nachrichten von Nicht-Followern in dem Posteingang landen, tauchen diese übrigens nicht sofort in der Liste auf, sondern oben rechts im Nachrichtenmenü als „Anfrage“. Diese sollten grundsätzlich abgelehnt werden, falls Sie von unbekannten Personen kommen.

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