Tests laufen

Google Maps könnte schon bald Blitzer und Tempolimits anzeigen

Smartphone mit Google Maps in einem Auto montiert
Blitzerwarner-Apps können Sie demnächst ausgeschaltet lassen – denn die Funktion wird in Google Maps integriert
Foto: Getty Images, Android Police

Laut Google benutzen weltweit mehr als eine Milliarde Menschen regelmäßig „Google Maps“. Der Kartendienst ist bei vielen auch im Auto zum Navigationssystem geworden. Jetzt möchte das US-Unternehmen eine Radarfunktion und Tempolimits nachrüsten. Erste Tests laufen schon.

Bei dem Kartendienst Waze, der auch zu Google gehört, sind diese Funktionen in vielen Ländern bereits etabliert. Jetzt möchte Google die Gefahren- und Blitzermarkierung sowie die Anzeige von Tempolimits auch in Maps anbieten. Entsprechende Belege laufender Tests gibt es aus Großbritannien und den USA.

Erstmals Tempolimits in Maps

Während Tempolimits bereits seit langer Zeit Teil von konkurrierenden Kartenanbietern wie Here Maps und Sygic sind, hinkt Google Maps hinterher. Dabei hat der soziale Kartendienst Waze, der bereits seit 2013 zu Google gehört, selbst für abgelegene Regionen Informationen über Geschwindigkeitsbeschränkungen. Erst seit 2016 testet Google Tempolimits in der San Francisco Bay Area und in Rio de Janeiro. Laut Androidpolice.com häufen sich nun Meldungen von Nutzern, denen Tempolimits während der Navigation angezeigt werden. Die Limits werden als kleine Schilder am unteren linken Rand angezeigt. Die Funktion wird wohl zuerst in den USA, UK und Dänemark verfügbar sein.

Google Maps Tempolimit

Google Maps Tempolimit
Foto: Androidpolice.com

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Blitzerwarnung während der Fahrt

Nach den Angaben von Androidpolice.com sind die Radarfallen immer dann in der App sichtbar, wenn man entlang der Strecke navigiert. Sobald man sich dem Ort nähert, gibt die App einen Ton ab, um zu warnen. Die Gefahrenpunkte und Radarwarner können dabei von allen App-Nutzern gemeldet werden. Offenbar scheint der Nutzerkreis bisher noch sehr klein zu sein, die Funktion soll zuerst in den USA, UK, Australien, Russland, Brasilien, Mexiko, Kanada, Indien und Indonesien verfügbar sein. Die TECHBOOK-Redaktion konnte die Features auf keinem Testgerät ausprobieren.

Foto: Androidpolice.com / Ajay Joyson

Darf ich Blitzerwarner-Apps überhaupt nutzen?

Droht ein Bußgeld, wenn ich mit Radarwarner-Apps erwischt werde? TECHBOOK hat bei Uwe Lenhart, Fachanwalt für Verkehrsrecht, nachgefragt. Grundsätzlich müsse man zwischen verschiedenen Gerätetypen unterscheiden, erklärt der Experte. Einerseits gibt es Geräte, welche die elektromagnetischen Wellen der Radaranlagen registrieren und eine Warnung davor abgeben beziehungsweise durch Senden von Radiowellen das Radar stören. Oder man nutzt Smartphones oder Navigationssysteme, die Standorte von Blitzern während der Fahrt optisch und akustisch anzeigen. „Die aktuelle Rechtssprechung verbietet die Benutzung beider Varianten“, erklärt Lenhart (OLG Celle, 2 Ss OWi 315/15, OLG Rostock, 21 Ss OWi 38/17).

Der Anwalt ist jedoch anderer Meinung und sagt: „Es kann keinen Unterschied machen, ob ich eine Landkarte mit eingezeichneten Blitzerstandorten oder eine Blitzer-App nutze.“ Die bisherige Rechtssprechung habe übersehen, dass faktisch die Smartphones keine Blitzer erkennen können. Die Apps setzen nur die Standorte der Blitzer und des Fahrzeugs in eine Relation.

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Geldbuße in Höhe von 75 Euro

Wer von der Polizei bei Verwendung oder Mitführung eines Radarwarners erwischt wird, zahlt eine Geldbuße in Höhe von 75 Euro und kassiert einen Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg. „‚Mitgeführt‘ ist das Gerät (Smartphone) entgegen mancher Verlautbarung auch dann, wenn es dem Beifahrer zur Durchgabe der maßgebenden Informationen übergeben wird“, erkärt Lenhart. Also auch die Nutzung durch den Beifahrer könnte bei einer Polizeikontrolle zur Geldbuße führen.

TECHBOOK meint

„Leider bleibt komplett unklar, ob und wann die Radarwarnung in die deutsche Version von Google Maps integriert wird. Wahrscheinlich testet Google zuerst im internationalen Umfeld, wie die Funktion angenommen wird. Ich kann es jedoch kaum erwarten, mir das eine oder andere Knöllchen künftig zu ersparen.“ – Philippe Fischer, Redakteur