Android-Nutzer betroffen

Diese Apps belauschen Sie über das Handy-Mikro

Kleine Helferlein im Alltag, doch im Hintergrund Spione. Apps nutzen das Mikrofon, um uns zu lauschen.
Foto: Array

Wenn Sie Nutzer von Android-Apps sind, könnte ihr Smartphone Sie mit Hilfe von Ultraschallwellen belauschen. Forscher ermittelten 234 Apps, die diese Technik bereits verwenden. Die Daten könnten Unternehmen für Werbezwecke nutzen.

IT-Sicherheitsexperten der Universität Braunschweig fanden heraus, dass Smartphone-Nutzer mit dem Betriebssystem Android gefährdet sind, von ihren Apps ausspioniert zu werden. Bei insgesamt 234 Apps konnten die Forscher eine spezielle Ultraschall-Technik nachweisen, die Android-Nutzern nicht nur den Alltag erleichtert, sondern sie sogar über Audiosignale trackt.

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Sie sollen Audiosignale über das Mikrofon am Smartphone tracken. Bei einigen Apps muss der Nutzer vor dem Download aus dem Play Store die Genehmigung erteilen, dass die App auf das Mikrofon am Handy zugreifen darf. Diese Genehmigung kann dazu führen, dass die App im Hintergrund und ohne das Wissen der Nutzer nach Tonsignalen sucht. Da sich diese im Ultraschall-Bereich befinden, sind sie für den Menschen nicht hörbar, der Nutzer bekommt so von der Spionage nichts mit.

So funktioniert die Technik

Die Technik dahinter nennt sich „Ultraschall Leuchtfeuer“ oder „Ultraschall-Beacon“, das über die jeweilige heruntergeladene App auf dem Smartphone des Nutzers nach einem entsprechenden Signal sucht. Bei der Ultraschall-Technik werden Signale im Frequenzbereich von 18 bis 20 kHz gesendet. Diese sind für das menschliche Ohr nicht hörbar, weshalb der Nutzer nichts davon mitbekommt, wenn das Handy solche Frequenzen empfängt.

Werbetreibende könnten solche Audiosignale senden, wenn Nutzer sich in der Nähe befinden. Unternehmen könnten auf diese Weise Profile von den Nutzern erstellen und diese Informationen für eine gezieltere Werbung verwenden. Auch könnten Unternehmen dadurch herausfinden, ob ihre Werbung beim potentiellen Kunden angekommen ist. Mehrere Millionen Smartphones sind von diesem Lausch-Angriff betroffen.

Unter den 234 Apps waren auch die der Fast-Food-Ketten McDonald’s und Krispy Kreme und das Spiel „Pinoy Henyo“. Betroffen von „Ultraschall-Beacon“ waren speziell Länder in Südostasien. In vier von 35 untersuchten europäischen Städten konnten die Wissenschaftler aber ebenfalls diese Ultraschall-Technik nachweisen. Für Ihre Untersuchung haben die Forscher mehr als 1,3 Millionen Apps in Google’s Play Store analysiert. Unter diesen fanden sie in 234 Apps diese Lausch-Technik. Im Dezember 2015 waren lediglich 39 Apps mit dieser Funktion gefunden wurden. Die Technik steckt zwar noch am Anfang, aber verbreitet sich immer weiter.