Tipps bei einer Störung

Was man beim Internet-Ausfall tun kann

Alles im grünen Bereich? Fällt daheim das Internet aus, sollte man als Erstes einen Blick auf die Kontrollleuchten am Router werfen. Foto: Andrea Warnecke
Alles im grünen Bereich? Fällt daheim das Internet aus, sollte man als Erstes einen Blick auf die Kontrollleuchten am Router werfen. Foto: Andrea Warnecke
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Wenn der Internet-Anschluss streikt, geht plötzlich gar nichts mehr. Aber nur ein paar Handgriffe sind nötig, um Probleme mit dem Router zu beheben, die das WLAN wieder zurückbringen.

WhatsApp-Nachrichten kommen nicht mehr an, Facebook funktioniert nicht, Serien können nicht mehr gestreamt werden und nicht einmal eine Mail kann verschickt werden. Ohne WLAN sind wir inzwischen aufgeschmissen, zu sehr scheint unser Leben vom verfügbaren Internet beeinflusst. Doch Probleme mit dem WLAN sind kein Grund zum Verzagen. TECHBOOK verrät Ihnen, wie Sie Ihr Netz schnell wieder laufen kann.

Erste Hilfe

Der erste Blick sollte bei einer Störung des Internets zum Router gehen. Das Gerät zeigt durch seine LED-Lichter an, ob alles in Ordnung ist. Sind die Kontrollleuchten Grün, funktioniert der Router. „Leuchtet da irgendwas nicht, was sonst leuchtet, gibt es vermutlich eine Störung“, sagt Thorsten Neuhetzki vom Onlineportal Teltarif.de. Rote Lampen zeigen ein Problem des Routers an. In diesem Fall sollte der Router für einige Minuten ausgeschaltet und sogar der Stecker gezogen werden. Der Neustart des Routers hilft in den meisten Fällen schon, dass WLAN wieder zum Laufen zu bringen.

Auch wenn die Kontrolllampen anzeigen, dass alles funktioniert, sollte der Neustart versucht werden, da neben der Verbindung zwischen Router und Internet auch die zwischen Router und Endgerät gestört sein kann. Nutzer sollten daher zunächst prüfen, ob sie mit anderen Geräten noch ins Internet können – und im Zweifelsfall neben dem Router auch die betroffenen Notebooks, Tablets und Co. aus- und wieder einschalten. So haben alle beteiligten Geräte eine neue Chance, sich miteinander zu verbinden.

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Fehler beim Einwählen

Eine weitere Ursache für das WLAN-Aus können auch Einwahl-Probleme des Routers sein. In diesem Fall sollten Sie die Zugangsdaten vom Provider am Gerät überprüfen und tragen Sie die den Zugangsnamen und das Passwort noch einmal ein. Sollte dieser Versuch scheitern, kontaktieren Sie am besten Ihren Provider und bitten Sie um neue Zugangsdaten.

Treiber und Software aktualisieren

Vor allem Windows 10 ist dafür bekannt, dass die Nutzer veraltete WLAN-Adapter oder Router verwenden. Die Folge: Nach einem Update kann es passieren, dass das WLAN nicht mehr funktioniert. Alle Geräte sollten daher ein Treiber-Update bekommen, was für das Heimnetz nötig ist. Neben dem Router sollten auch andere Geräte wie der WLAN-Stick das Update erhalten. Auf der Internetseite der Hersteller werden Sie die aktuellen Treiber finden.

MAC-Adresse

Jeder Netzwerkadapter verfügt über eine MAC-Adresse, die Hardware-Adresse (auch Wifi-Adresse genannt). Sie dient der Identifizierung des Netzwerkadapters. Ist der MAC-Filter im Router aktiv, kann eine Verbindung mit dem Internet nicht zustande kommen. Daher sollten Sie kontrollieren, ob der MAC-Filter ausgeschaltet ist.

DNS verändern

Eine weitere Möglichkeit Probleme des Routers zu bewältigen, kann die Änderung des Domain Name Systems (DNS) sein. In der Benutzeroberfläche des Routers können Sie in den Verbindungseinstellungen die IP „8.8.8.8“ als DNS-Server eingeben. Es handelt sich dabei um den DNS-Server von Google, der ebenfalls als Alternative genutzt werden kann.

Online nach Störungen suchen

stoerer_netflix_schrumpftWer auf anderen Wegen noch im Netz surfen kann, zum Beispiel über das Mobilfunknetz per Smartphone, sollte nach Leidensgenossen suchen. „Bei größeren Sachen gibt es oft auf Facebook oder Twitter schon entsprechende Meldungen“, sagt Neuhetzki. Ansonsten lohnt sich ein Anruf beim Kundenservice des Providers. Bei umfassenden Störungen weiß der meistens ohnehin schon Bescheid, bei kleinen Problemen hilft er aber oft auch weiter. Die Mitarbeiter können zum Beispiel aus der Ferne prüfen, ob im Keller oder auf dem Weg zum Haus die Leitung gestört ist, sagt Neuhetzki.

Haben Kunden bei einer Störung Anspruch auf Entschädigung?

„Generell hat der Verbraucher einen Erstattungsanspruch für den ausfallbedingten Zeitraum“, sagt Henrik Egli, Rechtsanwalt bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Nach den meisten Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Provider müssen Kunden kleinere Ausfälle aber hinnehmen. Erst wenn das Internet länger ausfällt, können Betroffene einen Teil ihrer monatlichen Gebühren zurückfordern.

Wer Geschäftsausfälle durch die Routerprobleme hat, sollte auch mögliche Schadensersatzansprüche prüfen lassen, so Egli. Ein weiterer Tipp: „Auf jeden Fall die Störungen dokumentieren und beim Anbieter melden. Alternativ zur Erstattung können dann Ersatzwege verlangt werden.“ Dazu zählt zum Beispiel ein Surfstick, mit dem Verbraucher bis zur Lösung des Problems ins Internet gehen können.